Flashforge bringt den CJ270 Vollfarb-3D-Drucker auf den Markt
Der erstmals auf der Formnext 2024 gezeigte CJ270 kann jetzt vorbestellt werden. Er bietet 180 x 120 x 100 mm Bauraum, 7-Mikrometer-Schichten und einen Workflow für detailreiche Anschauungsmodelle.

Inhalt
Flashforge hat den CJ270 vorgestellt, einen Vollfarb-3D-Drucker im Desktop-Format, der mit Material Jetting und UV-Härtung arbeitet. Das System kombiniert CMYK-, Weiß- und transparentes Photopolymer mit einem wasserlöslichen Stützmaterial. Sieben Druckköpfe tragen die Materialien in nur 7 Mikrometer dünnen Schichten auf.
Die Maschine war erstmals auf der Formnext 2024 zu sehen. Dort präsentierte Flashforge sie als kompakte Alternative zu den deutlich größeren Systemen, die das Vollfarb-Material-Jetting bisher prägen. Nun ist aus dem Prototyp ein bestellbares Produkt mit finalen technischen Daten, Materialpaketen und Lieferplan geworden.
Mit 697 x 410 x 405 mm und 33,5 kg passt der CJ270 auf einen stabilen Schreibtisch oder eine Werkbank. Sein Bauraum von 180 x 120 x 100 mm ist für kompakte, detailreiche Teile statt für die Großserienfertigung ausgelegt. Flashforge nennt Figuren, Charaktermodelle, Architekturmodelle, anatomische Anschauungsobjekte und Designprototypen als typische Anwendungen.
Vollfarbe durch Material Jetting
Anders als Mehrfarben-Filamentsysteme, die Material an einer oder mehreren Extrusionsdüsen wechseln oder mischen, bringt der CJ270 winzige Tropfen flüssigen Photopolymers auf und härtet jede Schicht mit UV-Licht. Xaar bestätigt, dass die Irix-Druckkopfplattform die Jetting-Technik liefert; Flashforge nennt insgesamt sieben Druckköpfe in Industriequalität.
Die Farben entstehen aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, ergänzt um weißes und transparentes Photopolymer. Laut Flashforge lassen sich damit mehr als zehn Millionen Farben wiedergeben. Da die Farbe direkt während des Aufbaus entsteht, können Verläufe, Texturen und Grafiken gekrümmten Oberflächen folgen, ohne nachträgliches Bemalen oder die Spülvorgänge eines Filamentwechsels.

Weiß bildet eine deckende Basis unter den Farbschichten. Das transparente Material ermöglicht durchscheinende Details und Oberflächeneffekte. Das lösliche Stützmaterial erzeugt temporäre Strukturen für Überhänge, innere Merkmale und feine Geometrien.
Flashforge gibt eine Schichtdicke von 7 Mikrometern an. Dieser Wert beschreibt die vertikale Höhe jeder aufgetragenen Schicht, nicht die XY-Auflösung des Druckers. Er erklärt zugleich den Fokus auf glatte Oberflächen und kleine Details: Das derzeitige Materialsystem ist für Anschauungs- und Präsentationsmodelle gedacht, nicht für belastete Funktionsteile.
| Merkmal | Flashforge CJ270 |
|---|---|
| Druckverfahren | Material Jetting mit UV-Härtung |
| Druckköpfe | 7 Druckköpfe in Industriequalität |
| Materialien | CMYK, Weiß, Transparent und wasserlöslicher Support |
| Bauraum | 180 x 120 x 100 mm |
| Schichtdicke | 7 μm |
| Geräteabmessungen | 697 x 410 x 405 mm |
| Gewicht | 33,5 kg |
| Angegebene Lautstärke | 55 dB oder weniger |
| Datenübertragung | LAN, Computerverbindung oder USB |
Von Flashforge veröffentlichte technische Daten zum Marktstart im September 2026. WLAN ist zum Start nicht aktiv; Flashforge kündigt die Funktion für ein späteres Software-Update an.
Für kleine, detailreiche Teile ausgelegt
Die Bauplattform von 180 x 120 mm fällt kleiner aus als bei vielen aktuellen FDM- und Vat-Photopolymerisationsdruckern. Die Z-Grenze von 100 mm schließt auch hohe Präsentationsmodelle aus, sofern sie nicht geteilt werden. Dafür bündelt der CJ270 seine Technik auf kompakte Teile, bei denen Oberflächendetails und direkt aufgetragene Farbe viel manuelle Nacharbeit einsparen können.
Die dünnen Schichten und der Mehrmaterialprozess führen nicht zu kurzen Druckzeiten. Ein Modell unter 100 mm kann laut Flashforge bis zu zehn Stunden dauern, eines um 100 mm 15 Stunden oder länger. Das größte Zeitbeispiel des Herstellers liegt bei mehr als 25 Stunden. Die tatsächliche Dauer hängt von Geometrie, Ausrichtung und Schichtzahl ab.
Eine automatische Plattformnivellierung übernimmt die erste Kalibrierung, im Gehäuse sitzt zudem ein Aktivkohlefilter. Flashforge gibt die Betriebslautstärke mit höchstens 55 dB an. Damit eignet sich das Gerät grundsätzlich für ein Studio, die flüssigen Photopolymere und das Wasserbad nach dem Druck verlangen dennoch nach sachgerechter Handhabung, Belüftung und Entsorgung.
ColorPrint steuert Modelle und Texturen
Die Druckdaten werden in Flashforge ColorPrint vorbereitet, das für Windows und macOS angeboten wird. Die Software nimmt Mesh- und CAD-Formate wie STL, OBJ, 3MF, STEP, STP, PLY, FBX, GLB, GLTF und WRL sowie Flashforges CJP- und CJM-Dateien an. Neben Slicing und Platzierung übernimmt ColorPrint Texturen, Farbanpassungen, die Support-Erzeugung und die Farbzuweisung für jede Schicht.
Flashforge integriert außerdem eine Bild-zu-3D-Funktion, die aus einer Vorlage ein druckbares Farbmodell erstellen soll. Druckaufträge gelangen per LAN, direkter Computerverbindung oder USB zum Gerät. WLAN ist zum Marktstart nicht aktiv und soll später im Jahr 2026 per Software nachgereicht werden.
Nach dem Druck kommt das Modell in ein Wasserbad, in dem sich der Support löst. Flashforge empfiehlt etwa zehn Stunden in Leitungswasser bei Raumtemperatur oder ein bis zwei Stunden in einem Ultraschallreiniger. Eine separate abschließende UV-Härtung ist für das Standardmodell laut Materialseite nicht nötig. Schleifen, Polieren und eine optional UV-gehärtete Glanzbeschichtung sind für eine höherwertige Oberfläche weiterhin möglich.
Proprietäre Materialien im festen Set
Der CJ270 verwendet kein gewöhnliches Flaschenresin. Flashforge bietet ein eigenes 1-kg-Set aus zehn 100-g-Beuteln an: je einmal Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, zweimal Weiß, einmal Transparent und dreimal Support. Das Paket kostet in den USA 69,90 $, in Europa 69,90 € und im Vereinigten Königreich 59,90 £.

Zum Marktstart führt Flashforge nur das vollständige Sortiment; einzelne Farb- oder Support-Nachfüllungen sind im Shop nicht gelistet. Jedes Set wird über eine Materialkarte aktiviert, die ihr Guthaben an den Drucker überträgt und danach ungültig wird. Photopolymere anderer Hersteller werden nicht unterstützt, der CJ270 bleibt damit an Flashforges Versorgungssystem gebunden.
Flashforge nennt für versiegeltes Material 18 Monate Haltbarkeit und empfiehlt, ein geöffnetes Set innerhalb von zwei Monaten zu verbrauchen. Da ein Druck nicht alle Farben und den Support gleich schnell aufbraucht, könnten einzelne Beutel früher leer sein als andere. Ob Flashforge das Nachfüllangebot erweitert, ist daher besonders für Studios mit regelmäßiger Auslastung relevant.
Vorbestellung und Versand
Die Vorbestellung läuft vom 9. September bis zum 15. Oktober. In diesem Zeitraum listet Flashforge den CJ270 in den USA für 3.999 $, in Europa für 3.999 € und im Vereinigten Königreich für 3.499 £. Die regulären Preise sollen anschließend 4.499 $, 4.499 € beziehungsweise 3.999 £ betragen.
US-Vorbestellungen enthalten drei 1-kg-Materialpakete. Hinzu kommen ein 100-Dollar-Gutschein für den C5-Drucker und vier 50-Dollar-Gutscheine für spätere CJ270-Materialkäufe. Das kostenlose Material wird separat versandt, sobald der Käufer den Erhalt des Druckers bestätigt. Die ersten 100 Maschinen sollen am 15. Oktober per Luftfracht verschickt werden, weitere Bestellungen folgen in Kaufreihenfolge.
Vollfarb-3D-Druck auf dem Schreibtisch ist an sich nicht neu. Frühere Systeme laminierten bedrucktes Papier oder färbten Filament während des Aufbaus ein, während heutige UV-Material-Jetting-Alternativen meist als professionelle Standgeräte ausgeführt sind. Der CJ270 bringt genau diesen Prozess samt löslichem Support und sieben Druckköpfen in ein 33,5 kg schweres Desktop-Gehäuse.
Zugleich wächst das Interesse an kompaktem Farbdruck wieder. Der HeyGears G1X nähert sich dem Thema beispielsweise als größere Multifunktionsplattform mit Crowdfunding-Start. Flashforge wählt einen engeren Ansatz: ein dedizierter Material-Jetting-Drucker, der direkt über die regionalen Shops verkauft wird.
Die ersten Auslieferungen werden zeigen, wie sich das Format außerhalb von Demodrucken schlägt. ColorPrints Texturverarbeitung, die Konstanz zwischen den Druckköpfen, das Entfernen von Support an filigranen Stellen und die langfristige Wartung der Köpfe werden die Attraktivität des CJ270 entscheidend mitbestimmen. Schon jetzt ist die Maschine ein bemerkenswerter Versuch, professionelles Vollfarb-Jetting in ein echtes Desktop-Format zu bringen.
Welches Druckverfahren verwendet der Flashforge CJ270?
Der CJ270 arbeitet mit Material Jetting und UV-Härtung. Sieben Druckköpfe tragen CMYK-, weißes, transparentes und wasserlösliches Supportmaterial in 7-Mikrometer-Schichten auf.
Wie groß ist der Bauraum des Flashforge CJ270?
Der Bauraum misst 180 x 120 x 100 mm. Flashforge richtet das Gerät auf detailreiche Figuren, Designprototypen, Architekturmodelle und andere kompakte Farbteile aus.
Wie wird der Support von CJ270-Drucken entfernt?
Das Stützmaterial löst sich in Wasser. Flashforge empfiehlt etwa zehn Stunden im Wasserbad bei Raumtemperatur oder ein bis zwei Stunden in einem Ultraschallreiniger.
Was kostet der Flashforge CJ270?
Während der Vorbestellung vom 9. September bis zum 15. Oktober kostet der CJ270 3.999 $, danach regulär 4.499 $. In Europa liegt der Vorbestellpreis bei 3.999 €, im Vereinigten Königreich bei 3.499 £.
Kann der CJ270 Resin anderer Hersteller verwenden?
Nein. Flashforge listet nur das eigene 1-kg-Materialpaket, das mit einer einmalig nutzbaren Materialkarte aktiviert wird. Materialien von Drittanbietern werden nicht unterstützt.
Quellen
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