HeyGears kooperiert mit Tripo für KI-Modelle im Vollfarb-3D-Druck
Die Zusammenarbeit soll es Kreativen erleichtern, Bilder und Ideen in texturierte 3D-Modelle umzusetzen und für das Desktop-Drucksystem von HeyGears vorzubereiten.

Ein von HeyGears gezeigtes Vollfarb-Druckbeispiel des G1X. Modell von Black Forge Games.
HeyGears hat eine Partnerschaft mit VAST, dem Unternehmen hinter Tripo, angekündigt, um die KI-gestützte Modellerstellung mit seinem Vollfarb-3D-Druck zu verbinden. Die am 7. Oktober vorgestellte Zusammenarbeit umfasst Tripos Generierungswerkzeuge, die Inhalteplattform HeyVerse und die Druckvorbereitungssoftware Blueprint von HeyGears.
Tripo soll die Technologie zur Modellerstellung für HeyVerse liefern. Damit soll sich der Weg von einer Illustration, einer Skizze oder einer Textbeschreibung zu einem für den G1X vorbereiteten Modell verkürzen.
Für Kreative könnte diese Verbindung ebenso wichtig sein wie der Drucker selbst. Bei einem Vollfarbmodell geht es nicht nur um die Form, sondern auch um die Farben auf seiner Oberfläche. Eine fertige Figurenillustration in eine geeignete 3D-Datei zu übertragen, erfordert andere Kenntnisse als das Zeichnen. Eine engere Verbindung zwischen Modellerstellung und Druckvorbereitung könnte diesen Schritt erleichtern.
Vom Bild zum gedruckten Modell
Der angekündigte Ablauf beginnt mit einem Modell, das über Tripo oder den HeyVerse Playground erstellt wird. Die Datei mit ihren Texturen wird anschließend als OBJ oder GLB in Blueprint importiert. Dort sieht HeyGears das automatische Anordnen der Modelle, das Erzeugen von Stützstrukturen und das Slicing vor, bevor der Druck beginnt.
Tripo bietet bereits Text-zu-3D- und Bild-zu-3D-Funktionen sowie Werkzeuge zum Erstellen von Texturen, Bearbeiten und Exportieren der Modelle. Die Partnerschaft soll diese Funktionen mit dem Drucksystem von HeyGears verbinden.
Tripo hat außerdem eine Anleitung veröffentlicht, die den Weg von einem Figurenbild über die Modellerstellung und den Export bis zur Vorbereitung in Blueprint beschreibt. Sie empfiehlt ein Ausgangsbild mit klaren Konturen und einem einfachen Hintergrund. Das erzeugte Modell sollte vor dem Drucken geprüft werden.

Tripos Anleitung beginnt mit einem Figurenbild, aus dem ein 3D-Modell erstellt und anschließend für den Druck vorbereitet wird. Bild: Tripo.
Der G1X baut in seiner Vollfarb-3D-Konfiguration farbige Objekte schichtweise auf. Dabei wird das Material per Material Jetting aufgetragen und mit UV-Licht ausgehärtet. Wasserlösliche Stützstrukturen werden anschließend entfernt. Das unterscheidet sich vom UV-Flachbettmodus des G1X, bei dem Motive auf bereits vorhandene Gegenstände gedruckt werden.
Für dreidimensionale Vollfarbmodelle ist die Ausstattung entscheidend: Das G1X Full-3D Pack enthält die dafür erforderlichen Komponenten. Die Einstiegspakete benötigen zusätzliche Hardware. HeyGears wirbt außerdem damit, transparentes und farbiges Material in einem Druckvorgang kombinieren zu können. Unser früherer Artikel über G1 und G1X erklärt die Unterschiede zwischen den Konfigurationen.
Vollfarbmodelle leichter erstellen
Ein einfacherer Zugang zu geeigneten Modellen könnte Illustratoren, Miniaturendesignern und kleinen Studios zusätzliche Anwendungen erschließen. Figurenentwürfe, Ausstellungsstücke und Anschauungsmodelle für den Unterricht gehören dazu. Texturen und Farbverläufe bieten Gestaltungsmöglichkeiten, die über das Zuweisen einzelner Farben zu verschiedenen Bereichen eines Objekts hinausgehen.
Die KI-Modellerstellung nimmt Kreativen aber nicht jede Entscheidung ab. Tripos Anleitung empfiehlt, das Modell auf ein geschlossenes Mesh zu prüfen, also auf ein lückenloses Oberflächennetz. Auch der Maßstab sollte so gewählt werden, dass kleine Details erhalten bleiben. Proportionen und das Erscheinungsbild des erzeugten Modells müssen ebenfalls geprüft werden, bevor daraus ein physisches Produkt wird. Die Werkzeuge sollten diese Prüfungen und Korrekturen erleichtern und zugleich genügend Möglichkeiten zur Nachbearbeitung bieten.
Ob sich Vollfarb-3D-Druck mit Desktop-Geräten für einzelne Kreative und kleine Unternehmen im Alltag durchsetzt, hängt nicht nur von der Hardware ab. Es braucht auch leicht zugängliche Werkzeuge, mit denen sich passende Modelle erstellen lassen. Kooperationen zwischen Druckerherstellern und Softwareentwicklern könnten dazu beitragen.
HeyGears nennt in der Ankündigung weder einen Zeitplan für die Integration noch die enthaltenen Kontingente für die KI-Modellerstellung. Die Zusammenarbeit soll die Erstellung eigener Motive enger mit der Vorbereitung eines druckbaren Modells verbinden und Kreativen eine weitere Möglichkeit eröffnen, den Vollfarbdruck zu nutzen.
Quellen
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