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Bambu Lab R1 startet mit 55-W-CO2-Laser und automatischer Ausrichtung

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Bambu Labs erster eigenständiger Lasercutter verbindet automatische Strahlausrichtung, kameragestützte Positionierung und Gravuren mit bis zu 1.000 mm/s in einer 55-W-CO₂-Maschine.

Bambu Lab R1 startet mit 55-W-CO2-Laser und automatischer Ausrichtung
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Bambu Lab hat den R1 vorgestellt, den ersten eigenständigen Lasergravierer und -cutter des Unternehmens. Die geschlossene Desktop-Maschine arbeitet mit einem 55-W-CO₂-Laser auf einer Fläche von 600 × 300 mm. Kamerasysteme, Bewegungssteuerung und geführte Einrichtung erinnern an die 3D-Drucker des Herstellers.

Der R1 ist kein 3D-Drucker mit austauschbarem Laserkopf, sondern ein eigenständiger Lasercutter. Zu seinem Konzept gehören die automatische optische Ausrichtung, die kameragestützte Positionierung des Motivs sowie Zubehör für lange oder zylindrische Werkstücke. Bambu Lab gibt eine Graviergeschwindigkeit von bis zu 1.000 mm/s und eine Beschleunigung von 20.000 mm/s² an.

55 W CO₂-Laserleistung auf 600 × 300 mm

Die reguläre Arbeitsfläche misst 600 × 300 mm. Nach Angaben von Bambu Lab kann der R1 Holz, Acryl, Leder, Stoff, Papier, EVA-Schaum und Muschelschalen schneiden und gravieren. Glas, Keramik und beschichtetes Metall sind nur zum Gravieren aufgeführt; blankes Metall lässt sich nicht direkt gravieren.

Die mögliche Schnitttiefe hängt von der Fokuslinse ab. Mit der serienmäßigen Kurzfokuslinse soll der R1 in einem Durchgang bis zu 15 mm starkes Schwarznuss-Sperrholz oder 20 mm Acryl schneiden. Für die optionale Mittelfokuslinse nennt die Datentabelle im Shop 18 mm Sperrholz, Bambu Labs Linsen-Leitfaden dagegen 15 mm. Die optionale Langfokuslinse kommt in beiden Quellen auf 18 mm und schneidet bei gleicher Dicke schneller als die Mittelfokuslinse. Bei Acryl bleibt es für alle drei Linsen bei 20 mm. Diese Werte stammen aus Tests des Herstellers. In den Produktanmerkungen stellt Bambu Lab zudem klar, dass sich die Holzangaben auf Sperrholz beziehen.

Der Laserkopf verfügt über Air Assist mit 30 l/min bei 30 kPa. Am anderen Ende des Bewegungssystems verspricht Bambu Lab mit dem optionalen Vision Encoder eine absolute Genauigkeit von weniger als 0,1 mm über eine Strecke von 600 mm.

Automatische Ausrichtung ersetzt die Spiegeljustage

Bei CO₂-Lasercuttern muss der Strahlengang normalerweise kontrolliert und die Spiegel so justiert werden, dass der Laserstrahl die Linse an der richtigen Stelle erreicht. Der R1 automatisiert diesen Vorgang. Der mitgelieferte Laser Alignment Sensor wird am Toolhead montiert, misst den Strahl und korrigiert den Strahlengang laut Bambu Lab in etwa einer Minute.

Bambu Lab R1 mit hervorgehobener CO2-Laserröhre, Spiegeln und Strahlengang während der automatischen optischen Ausrichtung

Bambu Labs Ausrichtungssensor misst den Strahl am Toolhead, bevor die Maschine den Strahlengang korrigiert.

Für die Positionierung des Motivs ist TriSense zuständig. Unter diesem Namen fasst Bambu Lab das Zusammenspiel von zwei Kameras, zwei Lasern und zwei Encodern zusammen. Der Hersteller gibt eine Positioniergenauigkeit von weniger als 0,2 mm an. Eine Kamera am Toolhead dient zur Positionierung kleiner Objekte und zum Nachzeichnen gedruckter oder gezeichneter Konturen. Die automatische Abstandsmessung erfasst die Höhe der Oberfläche auch bei transparentem Acryl und Glas.

Nach Richtungswechseln gleicht der R1 außerdem Vibrationen aus und passt die Laserleistung während der Beschleunigung des Kopfes an. Dadurch soll die Gravurtiefe auch bei höheren Geschwindigkeiten konstant bleiben. Eine Materialerkennung kann Leistungs- und Geschwindigkeitseinstellungen automatisch laden, dieser Teil des Workflows ist allerdings auf Materialien von Bambu Lab beschränkt.

Das Fördersystem erweitert die Arbeitsfläche auf drei Meter

Ein optionales automatisches Fördersystem vergrößert den Bearbeitungsbereich von 600 × 300 mm auf 600 × 3.000 mm, indem es lange Werkstücke durch die Maschine führt. Bambu Lab sieht das Zubehör für Regalböden, Möbelteile und andere Projekte vor, die nicht in das reguläre Gehäuse passen.

Bambu Lab R1 bei der Bearbeitung einer langen Holzplatte mit dem optionalen automatischen Fördersystem

Das optionale Fördersystem führt Bretter für Aufträge mit einer Länge von bis zu drei Metern durch den R1.

Das Fördersystem setzt die ebenfalls optionale Riser Base voraus. Der erhöhte Sockel schafft zugleich Platz für höhere Werkstücke. In derselben erhöhten Konfiguration lässt sich eine Rotationseinheit montieren, um Flaschen, Becher und andere zylindrische Objekte zu gravieren. Zum Marktstart unterstützt Bambu Lab die Bearbeitung von Zylindern; komplexere Rotationskörper sollen mit einem späteren Firmware-Update folgen.

Laserklasse 1 im geschlossenen Gehäuse, Klasse 4 mit Erweiterungen

In der geschlossenen Standardkonfiguration ist der R1 nach IEC 60825-1 als Laserprodukt der Klasse 1 eingestuft. Der Deckel ist verriegelt; wird er geöffnet, stoppt der Laser. Zur Sicherheitsausstattung gehören außerdem eine Flammenerkennung und ein physischer Not-Aus-Schalter. Eine Querstrombelüftung führt Frischluft über die Arbeitsfläche und leitet den Rauch zum Abluftanschluss.

Mit Riser Base oder automatischem Fördersystem ändert sich die Einstufung. Beide Varianten öffnen das Gehäuse und machen den R1 zu einer Laseranlage der Klasse 4. Bambu Lab sieht diese Konfigurationen für geschulte professionelle Anwender vor und schreibt eine CO₂-Laserschutzbrille vor. Für alle, die lange Werkstücke bearbeiten möchten, ist das ein wesentlicher Unterschied.

Zum Lieferumfang des R1 gehören ein Abluftventilator und ein Schlauch. Den Luftreiniger E1 Pro bietet Bambu Lab separat an. Er soll Rauch, feine Partikel und Gerüche über mehrere Filterstufen und Aktivkohle auffangen, bevor die Luft in den Raum zurückgeführt wird.

Preis und Verfügbarkeit

Bambu Lab kündigte den R1 am 13. August erstmals an, bestätigte am 14. September den CO₂-Laser samt Starttermin und öffnete die Vorbestellungen am 22. September.

Stand: 2. November 2026 kostet der R1 im EU-Shop von Bambu Lab 2.499 € inklusive 19 % deutscher Umsatzsteuer, zuzüglich Versand. Neue Vorbestellungen sollen laut Shop um den 9. November verschickt werden. Das Long Material Bundle mit Riser Base und Fördersystem kostet 3.329 € und soll um den 20. November versandt werden.

Ein Lasercutter nach Bambu Labs Workflow-Prinzip

Der wichtigste Unterschied zu einem herkömmlichen Desktop-CO₂-Lasercutter liegt nicht allein in Laserleistung oder Arbeitsfläche. Bambu Lab versucht, Ausrichtung, Fokussierung, Materialwahl und Positionierung des Motivs in einen geführten Workflow zu überführen. Am eigenen Touchscreen zeigt die Maschine Arbeitsfortschritt, optische Kalibrierung und Systemstatus an; Entwurf und Bearbeitung laufen über Bambu Suite.

Mehrere der zentral beworbenen Funktionen setzen optionale Hardware voraus. Fördersystem, Rotationseinheit, Riser Base, Mittel- und Langfokuslinsen, Vision Encoder und Luftreiniger E1 Pro sind separat erhältlich. Wie eine vollständige Konfiguration aussieht, hängt daher davon ab, ob der R1 flache Platten, lange Werkstücke oder zylindrische Objekte bearbeiten soll.

Mit dem R1 führt Bambu Lab eine eigenständige Laserplattform ein und nicht einen weiteren Multifunktionsdrucker. Die technischen Daten ordnen die Maschine klar in die Kategorie der Desktop-CO₂-Lasercutter ein. Bedeutender ist das Versprechen, den üblichen Einrichtungsaufwand auf einen kameragestützten Ablauf zu reduzieren, den Nutzer der Bambu-Lab-Drucker bereits kennen. Wie sich Schnitttiefe, Positioniergenauigkeit und Rauchabsaugung im Produktionsalltag schlagen, wird sich zeigen, sobald die ersten Geräte bei den Anwendern sind.

Quellen

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