xTool C1 bringt Farbdruck in den Schneideplotter
David Chacón6 Min. LesezeitDiesen Artikel gibt es auch auf:
Der xTool C1 druckt und schneidet Aufkleber, Karten und Textiltransfers in einem Gerät. Ein Scanner hilft dabei, die Motive auf dem Material zu platzieren.

Inhalt
Der C1 mit xTools optionalem Folientransferwerkzeug. Bild: xTool.
xTools neuer C1 Color Cutter vereint Drucker, Scanner und Schneideplotter in einem Tischgerät, sodass für einen Bogen Aufkleber nicht mehr zwischen zwei Geräten gewechselt werden muss.
Das Basic-Paket ist in den USA mit 469 $ und in Europa mit 519 € gelistet (Stand: 20. Oktober 2026). Reservierungen sind über den Shop von xTool möglich. Die Restzahlung wird im November freigeschaltet.
Beim üblichen Print-then-Cut-Verfahren kommt ein Bogen zunächst aus dem Tintenstrahldrucker und wandert dann in den Schneideplotter. Der liest aufgedruckte Passermarken, um die Position der Motive zu erkennen und ihre Konturen auszuschneiden. Für ein paar Etiketten ist das ein überschaubarer Ablauf. Bei einer ganzen Reihe von Bestellungen macht sich das zusätzliche Hantieren mit den Bögen eher bemerkbar.
Der C1 bringt Drucken und Schneiden an einem Ort zusammen. Darin liegt der Reiz für alle, die Aufkleber, Karten oder kleine Serien personalisierter Produkte herstellen: Zwischen Entwurf und fertigem Stück muss weniger von Hand ausgerichtet werden.
Erst die Farben drucken, dann die Form schneiden
Eine mehrfarbige Illustration aus Vinylfolie kann bedeuten, einzelne Farben separat auszuschneiden und die Lagen von Hand aufeinander auszurichten. Drucken bietet einen anderen Weg: Das ganze Bild kommt auf einen geeigneten Bogen, anschließend wird seine Kontur ausgeschnitten.
So geht der C1 an farbige Motive heran. Die Tintenpatrone druckt das Bild, die Klinge übernimmt den Zuschnitt. Ein Farbverlauf im Logo oder die Schattierung eines Tierporträts kann im Bild bleiben, ohne dass jede Farbe zu einem weiteren Stück Vinylfolie werden muss.
Laut xTool kommt der integrierte Druck- und Schneidablauf ohne Passermarken aus. So bleibt mehr vom Bogen für die Motive übrig. Die Maschine kann auch Vorlagen ausschneiden, die auf einem separaten Drucker entstanden sind. Bereits gedruckte Motive lassen sich damit ebenfalls verarbeiten.

Gedruckte Illustrationen lassen sich als einzelne Formen für Journals, Karten und andere Papierprojekte ausschneiden. Bild: xTool.
Schon vor dem Schneiden sehen, wo das Motiv sitzt
Der Scanner zeigt das eingelegte Material laut xTool auf dem Bildschirm. Darauf lassen sich Motive vor dem Schneiden platzieren. Ein Reststück Vinylfolie könnte noch Platz für ein kleines Etikett bieten. Bei gemustertem Papier lässt sich vielleicht ein bestimmtes Detail in die gewünschte Form einpassen.
Das Konturwerkzeug soll den Umriss einer Zeichnung oder gedruckten Illustration erkennen. Das Nachzeichnen in einer Gestaltungssoftware entfällt damit. Aus einer handgezeichneten Figur könnte so eine Kartendekoration oder ein ausgeschnittenes Motiv für ein Journal werden.
Dabei kommt es auf die Schneidematte an. Kompatible Matten anderer Hersteller lassen sich zum Drucken und Schneiden verwenden. Zum Scannen sind dagegen offizielle xTool-Matten erforderlich, erklärt das Unternehmen.
xTool nennt folgende technische Daten:
| Merkmal | xTool C1 |
|---|---|
| Druckverfahren | Thermischer Tintenstrahldruck, Vierfarbpatrone mit CMYK-Pigmenttinte |
| Maximale Druckauflösung | 720 × 1.200 dpi |
| Scannerauflösung | 300 oder 600 dpi |
| Arbeitsbereich mit Standardmatte | 12 × 12 Zoll, etwa 305 × 305 mm |
| Arbeitsbereich mit langer Matte | 12 × 24 Zoll, etwa 305 × 610 mm |
| Maximale Schnittgeschwindigkeit | 509 mm/s |
| Materialstärke | Bis zu 3 mm, abhängig von Material und Werkzeug |
| Verbindung | USB oder WLAN |
Für jedes Projekt das passende Werkzeug
Die mitgelieferte Feinschnittklinge des C1 ist für Papier und Vinylfolie gedacht. Bei anderen Projekten wechselt das Werkzeug: Eine Tiefschnittklinge übernimmt stärkeren Karton und Leder, eine Rollklinge ist für Stoff vorgesehen. Eine weitere, zusätzlich erhältliche Schneidklinge eignet sich laut xTool für Balsaholz und Leder bis zu einer Stärke von 3 mm.
Damit reicht das Angebot über Aufkleber hinaus. Mit Stiften lassen sich Schriftzüge zeichnen, Folientransferspitzen setzen metallische Akzente auf Karten und anderen Bastelarbeiten. Eine optionale elektrostatische Matte hält empfindliche Bögen ohne Klebstoff fest. Ein Rollenhalter hilft dabei, längeres Material durch die Maschine zu führen.
Das Basic-Paket enthält die Maschine, eine Tintenpatrone, die Feinschnittklinge, eine Schneidematte und Materialien für den Einstieg. Die übrigen Werkzeuge sind optional. Für Papieretiketten braucht es deshalb nicht unbedingt dieselbe Ausstattung wie für Stoff oder Folientransfer.
Auch das Material gehört zur Vorbereitung
Neben Aufkleberpapier nennt xTool unter anderem Karton, Fotopapier, Schrumpffolie, Holz und Stoff als bedruckbare Materialien.

Holz, Stoff, Aufkleberpapier und Transferpapier gehören zu xTools Materialbeispielen. Bild: xTool.
Für ein T-Shirt lässt sich beispielsweise geeignetes Transferpapier bedrucken und ausschneiden. Eine separate Transferpresse überträgt das Motiv anschließend auf das Kleidungsstück. xTool führt auch den direkten Stoffdruck auf. Dafür muss der Stoff vorbehandelt sein.
Bei Holz und Acryl kann ein Grundierspray für bessere Druckergebnisse nötig sein. Eine bedruckbare Oberfläche ist nicht automatisch auch zum Schneiden mit einer Klinge geeignet. Material und Werkzeug müssen daher weiterhin zum Projekt passen.
Mit seiner eigenen Tinte verspricht der Hersteller wasserfeste Aufkleber ohne Laminierung und Textildrucke, die bis zu 30 Wäschen halten sollen.

xTools Beispiele zeigen Textiltransfers, Aufkleber, Etiketten für Gläser und Karten. Bild: xTool.
Was dabei ist und wann es losgeht
Vorerst beginnt die Bestellung mit einer Reservierung. Die Anzahlung beträgt in den USA 10 $, in Europa 10 €. Sie wird auf den Kaufpreis angerechnet und ist vor der Restzahlung erstattungsfähig. Hinzu kommen zusätzliche Materialien und ein Rabatt auf einen späteren Materialkauf.
Die Restzahlung wird am 5. November um 18 Uhr Pacific Standard Time freigeschaltet. Das entspricht dem 6. November um 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der US-Shop rechnet mit dem Versandbeginn Anfang bis Mitte November. Wann die Lieferung erfolgt, hängt von der Region ab.
Das Atomm-Membership-Paket enthält dieselbe Maschine und zum Einstieg einen Monat von xTools Design-Abo Atomm Pro. Der Preis soll am 31. Oktober bekannt gegeben werden.
Für wen der C1 interessant sein könnte
Ein Scanner im Schneideplotter ist keine neue Idee. Die ScanNCut-Reihe von Brother verbindet diese beiden Aufgaben bereits. Der C1 ergänzt die Kombination um Farbdruck, was ihn vor allem für Aufkleberbögen, Etiketten und Karten interessant macht.
Wer xTool vom O1 Omni Printer und der X1-Laserplattform kennt, findet beim C1 andere Alltagsprojekte im Mittelpunkt. Er schneidet mit einer Klinge und bringt Farbe auf Bastelmaterialien. Im Kern geht es dabei um Papier und Vinylfolie.
Wer solche Produkte regelmäßig herstellt und dabei Bögen zwischen Drucker und Schneideplotter hin- und herträgt, könnte sich mit der Kombination beider Geräte einige Handgriffe sparen. Tinte, Klingen und Matten müssen trotzdem ersetzt werden. Für einen Betrieb mit wiederkehrenden Aufträgen zählen deshalb auf Dauer auch die Reichweite einer Patrone und die Kosten für den Ersatz.
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Ist der xTool C1 ein Lasercutter?
Nein. Er schneidet mit einer Klinge und druckt mit einer Tintenpatrone. Seine Werkzeugoptionen decken Papierarbeiten, Vinylfolie, Stoff und ausgewählte stärkere Materialien ab.
Kann der xTool C1 Motive für T-Shirts herstellen?
Ja. Dafür werden geeignetes bedruckbares Transferpapier und eine separate Transferpresse verwendet. Für den Direktdruck muss der Stoff vorbehandelt sein.
Enthält das Atomm-Paket eine andere Maschine?
Nein. Laut xTool enthalten beide Pakete dieselbe C1-Hardware. Das Membership-Paket ergänzt sie zum Einstieg um einen Monat Atomm Pro.
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